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Ich lerne Deutsch seit knapp 2 Jahren und mir ist das Thema Gendern ganz unbekannt.
Mir ist nur bewusst, dass es um die Geschlechtergerechtigkeit geht. Natürlich auch das, dass es darum Streite gibt. Daher würde ich gern wissen, worüber sich die Leute so gar nicht einigen können.
Einerseits finde ich die Geschlechtergerechtigkeit gut, denn man erkennt eben am Wort, ob eine Frau oder ein Mann gemeint wird. In anderen Sprachen würde man zB. sagen "ein weiblicher Schauspieler", wobei im Deutschen "eine Schauspielerin".
Andererseits finde ich sie schlimm, weil sie nur Männer und Frauen bezieht. Rein sprachlich kann man nur ein Schauspieler oder eine Schauspielerin werden. Aber wie nennt sich denn eine nicht-binäre (ist das übrigens die Rechtschreibung?) Person?
Eine kurze Erkärung dazu, was das Gendern ist, und dazu, wo ihr zum Thema steht, würde mich freuen.
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Bait.
Was?
I'm Prinzip bringst du es schon auf den Punkt. Einerseits verschafft es Klarheit, weil man sofort weiß ob man über eine männliche oder weibliche Person redet. Andererseits schließt es eben alle nicht-binären Personen aus. Dazu kommt dann halt noch, das durch jahrelanges (Jahrzehnte eher) Nutzen des 'generischen Maskulinums' weibliche Personen (sprachlich) weiter ausgegrenzt wurden. In einigen Bereichen wird schon seit einiger Zeit (versucht) eine geschlechterneutrale Sprache zu benutzen. So wird aus "Studenten und Studentinnen" -> "Studierende" oder "Student*innen/Student:innen" Über das Gendersternchen an sich wird aber noch wesentlich heftiger gestritten
Ich glaube, die Frage wie jemand dazu steht ist off topic. Da gibt's andere Threads zu. Schauspieler und Schauspielerin gab es lange bevor es das Wort "gendern" gab. Beim Gendern und der Debatte geht es darum, ob, wann und WIE man das macht. Mit Stern, mit Doppelpunkt, beide Varianten ausschreiben, neutrale Optionen verwenden. Einen Konsens der sich allgemein durchgesetzt hat gibt es bisher nicht, wobei der Stern gerade am haeufigsten genommen wird. \- die Student\*innen
Das Gendern bezieht sich nicht speziell auf die Wahl zwischen "Schauspieler" und "Schauspielerin", sondern auf die Verwendung anderer Formulierungen bzw. Formatierungen, die explizit geschlechtsneutral sein sollen oder u.a. nichtbinäre Personen mit einschließen sollen. Eine der verbreitetsten Varianten davon ist das Gendersternchen (\*), das beide Varianten voneinander trennt, z.B. "Schaupspieler\*in" (gesprochen mit einem Glottisschlag). Teilweise wird auch ein Doppelpunkt stattdessen verwendet, und davor gab es auch das "Binnen-I", wie in "SchauspielerInnen". Teilweise kann man das Sternchen auch durchziehen durch Determina oder Adjektive, z.B. "der\*die beste" oder "er*sie", aber das ist nicht wirklich verbreiteter Schreibgebrauch, beim Sprechen erst recht nicht. Allgemein könnte man "er gendert" übersetzen mit "er verwendet eine dieser Formatierungen, vor allem das Sternchen, um sicht geschlechtsneutral auszudrücken". Das ist die Bedeutung, die weithin darunter verstanden wird. Nichtbinäre Personen lassen sich im Deutschen nicht wirklich gut grammatisch abbilden (wenn man das Neutrum vermeiden will). Es gibt natürlich Neopronomen und solche Sachen, aber gerade weil sich das Geschlecht auch in der Inflektion niederschlägt, hat noch nichts davon weitere Anwendung oder auch nur Bekanntheit erreicht. Es gibt kein übliches Äquivalent zum singulären "they". Das Thema ist im Deutschen ziemlich kontrovers und ist fast ein Garant für Streiterei über Identitätspolitik, mancherorts wird öffentlichen Einrichtungen die Verwendung verboten, etc. Was noch am ehesten Anwendung findet ist die Verwendung von Partizipien im Plural, also "Forschende" oder "Studierende" statt "Forscherinnen und Forscher" und "Studenten und Studentinnen". Aber im Singular geht das dann schon nicht mehr wirklich.
Hier geht es um die Sprache Deutsch, bitte bleib dabei. Wenn du Themen darüber hinaus besprechen willst, dann bitte nicht hier - wir haben einfach nicht die Mod-Power, um die Idioten, die gerade bei dieser Diskussion immer auftauchen, zu beobachten. Danke.
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